Wie soll es sich eigentlich anfühlen, wir-in-ihmert.de zu benutzen?
Mit genau dieser Frage haben wir den ersten Teil unserer WERKSTATT DIGITAL beendet. Und sie führt ziemlich direkt zu einem Begriff, der uns bei der Entwicklung unserer neuen Beteiligungsplattform immer wieder begegnet: User Experience – kurz UX.
Wörtlich übersetzt bedeutet das zunächst nichts anderes als „Benutzererfahrung“. Dahinter steckt allerdings deutlich mehr als die Frage, ob eine Webseite schön aussieht oder sich ein Button an der richtigen Stelle befindet.
UX beschreibt das gesamte Erlebnis, das ein Mensch bei der Nutzung eines digitalen Angebots hat. Verstehe ich sofort, worum es geht? Finde ich mich zurecht? Weiß ich, was ich hier tun kann? Muss ich lange suchen oder fühlt sich vieles selbstverständlich an?
Im besten Fall denkt man über all das überhaupt nicht nach. Es funktioniert einfach.
Zwei Begriffe, die uns leiten
Für wir-in-ihmert.de lassen sich viele unserer Überlegungen inzwischen auf zwei zentrale Begriffe herunterbrechen:
Mitmachen und Transparenz.
Wer unsere Plattform besucht, soll möglichst schnell erkennen, dass wir-in-ihmert.de keine digitale Einbahnstraße ist. Natürlich möchten wir dort informieren, über Projekte berichten und zeigen, was im Dorf passiert. Mindestens genauso wichtig ist uns aber die andere Richtung: Menschen sollen selbst aktiv werden können.
Deshalb gehören Funktionen wie „Mitglied werden“ und „Idee einreichen“ nicht irgendwo auf eine Unterseite, die man erst nach mehreren Klicks entdeckt. Sie bekommen bewusst prominente Plätze.
Bei der Möglichkeit, eine Idee einzureichen, gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Sie soll als sogenannter Sticky Button dauerhaft erreichbar bleiben. Egal, an welcher Stelle der Plattform und auf welchem Gerät man sich gerade befindet – der Weg zur eigenen Idee bleibt sichtbar.
Das ist am Ende eine kleine gestalterische Entscheidung. Dahinter steckt aber eine ziemlich grundsätzliche Aussage:
Mitmachen ist bei uns keine Zusatzfunktion. Es ist ein zentraler Teil der Plattform.
Beteiligung beginnt nicht erst beim eigenen Projekt
Wie sehr die Perspektive des Nutzers eine Plattform verändern kann, haben wir bei einem unserer ursprünglichen Konzepte selbst erlebt.
Eine erste Idee sah vor, Menschen relativ früh zu Verantwortlichen für ein eigenes Projekt zu machen. Jemand bringt eine Idee ein, daraus entsteht ein Projekt – und derjenige übernimmt anschließend gewissermaßen die Rolle eines kleinen Projektmanagers.
Technisch ließ sich dafür einiges entwickeln. In unseren weiteren Überlegungen wurde aber immer deutlicher: Damit würden wir die Hürde zur Beteiligung ziemlich hoch legen.
Denn wer möchte schon beim ersten Gedanken darüber nachdenken, ob er anschließend ein komplettes Projekt organisieren kann?
Also haben wir das Prinzip verändert.
Heute soll Beteiligung viel früher beginnen können.
Eine Idee einreichen. Ein Projekt liken. Einen Kommentar schreiben. Interesse zeigen. Mitdiskutieren.
Niemand muss sofort Verantwortung für ein komplettes Projekt übernehmen, nur weil er einen guten Gedanken hat. Vielleicht entsteht aus einer Idee erst durch andere Menschen etwas Größeres. Vielleicht findet sich jemand, der mitmachen möchte. Vielleicht entwickelt sich im Austausch eine völlig andere Lösung.
Für uns ist genau das ein wichtiger Teil guter User Experience: Die Plattform muss sich nicht nur technisch einfach bedienen lassen. Auch das, was wir von den Menschen erwarten, muss sich einfach und angemessen anfühlen.
Transparenz schafft Orientierung
Der zweite zentrale Begriff ist für uns Transparenz.
Eine Idee einzureichen ist das eine. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: Was passiert danach?
Verschwindet sie irgendwo in einem digitalen Postfach? Hat sie jemand gelesen? Wird darüber gesprochen? Warum wird eine Idee umgesetzt – oder vielleicht auch nicht?
Deshalb haben wir für die Plattform ein Drei-Phasen-Konzept entwickelt. Es soll nachvollziehbar machen, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt ein konkretes Vorhaben und im besten Fall eine Erfolgsgeschichte für unser Dorf werden kann.
Damit möchten wir nicht nur fertige Ergebnisse zeigen. Auch der Weg dorthin soll sichtbar werden.
Gerade bei Beteiligung halten wir das für wichtig. Denn Beteiligung bedeutet eben nicht, einen Wunsch abzugeben und irgendwann auf ein Ergebnis zu warten. Sie lebt davon, Entwicklungen nachvollziehen zu können, Rückmeldungen zu erhalten und zu sehen, dass aus Ideen tatsächlich etwas entstehen kann.
Gute UX fällt möglichst wenig auf
Vielleicht ist das Interessanteste an guter User Experience, dass man sie häufig gar nicht bewusst wahrnimmt.
Niemand soll wir-in-ihmert.de besuchen und anschließend begeistert erzählen, wie hervorragend wir die Navigation strukturiert haben.
Viel schöner wäre etwas anderes:
„Ich habe sofort verstanden, worum es geht.“
„Ich habe gesehen, dass ich mitmachen kann.“
„Ich weiß, was aus meiner Idee geworden ist.“
Oder vielleicht irgendwann einfach:
„Das war unkompliziert.“
Bis wir dort angekommen sind, werden vermutlich noch einige Buttons verschoben, Texte gekürzt und Ideen wieder verworfen.
Und dabei spielt ein Gerät eine ganz besondere Rolle. Denn vieles, was auf einem großen Bildschirm wunderbar funktioniert, sieht auf wenigen Zentimetern plötzlich ganz anders aus.
Im dritten Teil unserer WERKSTATT DIGITAL geht es deshalb um die Frage, warum wir bei wir-in-ihmert.de besonders intensiv über das Smartphone nachdenken – und warum „mobile“ für uns weit mehr bedeutet, als eine Webseite einfach nur kleiner zu machen.

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